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Grüniger,
John.*16.8.1947 Kriens (LU).
Bildhauer. Zeichnung, Druckgrafik und Kunst am Bau.
Nach einem abgebrochenen Studium der Medizin und Molekularbiologie bildet sich Grüniger in Zürich und Carrara autodidaktisch zum Bildhauer aus. 1977 und 1978 Eidgenössisches Kunststipendium; 1975, 1979 und 1980 Kunststipendium des Kantons Zürich; 1977, 1978 und 1980 Kunststipendium der Stadt Zürich; 1990 Werkbeitrag der Eidgenossenschaft. Seit 1978 Beschäftigung mit Kunst am Bau, unter anderem 1978 Platzgestaltung Schulhaus Isengrind, Zürich; 1988 Brunnengestaltung Stadthof Zug; 1990 Tangentenkreuz, Innen- und Aussengestaltung Kantonsschule Zug; 1992 Schattenwurf, Aussengestaltung Studentensiedlung Glaubtenstrasse, Zürich; 1995 Raumbogen, Aussengestaltung Stiftung für Schwerbehinderte, Rathausen, Luzern; 1998 Treppe, Labyrinthe, Tore, Aussengestaltung Schulhaus Steg, Pfäffikon (SZ) (mit Adelheid Zimmermann). Seit 1980 als Dozent an der Schule für Gestaltung Zürich tätig.
Grünigers skulpturales Werk basiert auf einer geometrischen, das heisst konstruktiven Ausrichtung. Indem es sich aus der gelebten Erfahrung entwickelt, ermöglicht es jedoch auch Assoziationen zu Natur und Umwelt. Grüniger verwendet als Werkstoffe ausschliesslich Stahl, sardischen Granit, Schiefer und Hartsandstein; die Auswahlkriterien beziehen sich auf den unprätentiösen, alltäglich-industriellen Charakter, die spezifische Materialität und die Bearbeitungsmöglichkeiten. Leitmotiv ist das Thema des Dialoges. Es manifestiert sich etwa in der Verwendung verschiedener Materialien (Xaghra, 1989–1990, Stahl und Granit) oder durch die Kombination natürlicher Werkstoffe mit vorgefertigten Industrieelementen und erscheint auch im Zusammenwirken unterschiedlicher Formen, wie etwa der Negativ- und der Positivform, verschiedener Oberflächenstrukturen beziehungsweise Farben. Dabei spielen für Grüniger nicht nur ästhetische Überlegungen eine Rolle, sondern auch die den Werkstoffen innewohnende Symbol- und Aussagekraft.
Adäquat umgesetzt wird dieses komplexe Bezugssystem in mehrteilig aufgebauten Skulpturen; dies umschliesst sowohl die raumgreifenden Arbeiten der Kunst am Bau und der Installation (Zeitwende–Wendezeit, 1991, Stahl und Granit) als auch die Einzelplastik (Schranke, 1987–88, Stahl und Granit). Grünigers Werk gründet auf der Idee der Variation und des periodisch vorgenommenen formalen und thematischen Wechsels, verbunden mit steten Rückbezügen unter veränderter Optik. So beziehen sich die Wandarbeiten von 1993 (Short Hands) aus Stahl und Schiefer materiell und formal auf die erstmalige Anwendung von Schieferplatten 1987, unter anderem in der Tischskulptur Gratwanderung. Ebenso wird das Thema des Verkeilens von Positiv- und Negativformen 1991 (Liegende, Stehender, Stahl und Granit) und 1994 in der mehrteiligen Werkgruppe Falter neu variiert. Mit wenigen Ausnahmen tendiert das Werk zu einer dynamischen Ausrichtung, sei es durch divergierende axiale Richtungen der Einzelteile, sei es durch die Gegenüberstellung von Geraden und Kurven. Die dreidimensionale Formfindung entwickelt sich über ausgedehnte Zeichenstudien, die teilweise auch autonomen Charakter annehmen können. Meist folgen darauf kleinere Arbeitsmodelle für die definitive Ausarbeitung. Im Zentrum von Grünigers Werk steht die Skulptur mittleren oder grossen Formates. Parallel dazu beschäftigt sich der Künstler auch mit dem Objekt in kleinerem Format, dem Zeichenzyklus und der Druckgrafik.
Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Bern; Zürich, Kunstsammlung der Stadt; Zug, Kunstsammlungen der Stadt und des Kantons; Zürich, Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst; Schwyz, Kunstsammlung des Kantons; Platzgestaltung, 1978, Zürich, Schulhaus Isengrind; Betonplastik, 1984, Sursee/Oberkirch, Ausbildungszentrum des Schweizerischen Baumeisterverbandes; Gedenkstein für Eduard Imhof, 1987, Erlenbach; Brunnengestaltung, 1988, Zug, Stadthof; Tangentenkreuz, 1990, Chromstahl, Zug, Kantonsschule; Schattenwurf, 1992, Zürich, Studentensiedlung Glaubtenstrasse; Raumbogen, 1995, Rathausen (LU), Stiftung für Schwerbehinderte; Treppe, Labyrinthe, Tore, 1998, Pfäffikon (SZ), Schulhaus Steg.
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Elisabeth Grossmann: John Grüniger. Plastische Arbeiten. Zürich: Edition Howeg, 1997•
Opus Magnum. Projekt für eine Skulptur. Mit einem Textbeitrag von Paul Meyer-Meierling. Zürich: Edition Unikate, 1997•
Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer im Gaswerk Schlieren. [Texte:] Hans Renggli, Ursina Jakob. Zürich: Teamart, 1993•
Skulptur, Innerschweiz. Cham, Villettepark, 1991. Texte: Karl Bienz, Hans Kaufmann, Pius Sidler [et al.]. Cham, 1991•
IV Esposizione nazionale di scultura all'aperto. Vira Gambarogno 1990. [Testi:] Peter Killer [et al.]•
Rolf Lambrigger: Zürich. Zeitgenössische Kunstwerke im Freien. Geleitwort: Thomas Wagner; Vorwort: Sigmund Widmer; Einleitung: Rolf Lambrigger. Zürich: Orell Füssli, 1985•
Horst Bärwald: John Grüniger. Zürich, [1972]•
John Grüniger. Flugkörper. [Text:] Peter Killer. [o.O.], [o.J.]
KVS
, LzSK
action, Bühnenbild, Druckgrafik, Environment, Gravure, Happening, Installation, Kunst am Bau, Kunst im öffentlichen Raum, Objektkunst, Plastik, Skulptur, Zeichnung
Elisabeth Grossmann
KVS
Künstlerverzeichnis der Schweiz, unter Einschluss des Fürstentums Liechtenstein. Répertoire des artistes suisses, la Principauté du Liechtenstein inclus. Dizionario degli artisti svizzeri, incluso il Principato di Liechtenstein. 1980-1990. Herausgeber: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich und Lausanne. Leitung: Karl Jost. Frauenfeld: Huber, 1991LzSK
Lexikon der zeitgenössischen Schweizer Künstler. Dictionnaire des artistes suisses contemporains. Catalogo degli artisti svizzeri contemporanei. [Herausgeber:] Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft. Leitung: Hans-Jörg Heusser. Frauenfeld: Huber, 1981