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Inkrustation und Pontifex
Im Rahmen der Ausstellungsreihe FokusSkulptur* präsentierte Christian Kathriner zwei Arbeiten:
Mit einem in der Baubranche gängigen Isolierschaum hat Christian Kathriner alle vier Wände der Kunstkammer eingeschäumt und hat ihr so ein geradezu barockes Aussehen verliehen. Nur gerade die Torfassung und die Balken hat er freigelassen, die sich als geometrische Zeichnung auf der Fassade abheben. Christian Kathriner hat die Kunstkammer in einen Ort der Schaulust verwandelt. Seine Intervention schärft die Vorstellung für Volumen und Struktur, für Muster und Zierwerk. Sie spielt auch mit dem traditionellen Verhältnis von Fassade und Skulptur und will sich – so der Künstler – verstehen als zeitgenössische Interpretation von Bauschmuck.
Auch das zweite Werk, das Christian Kathriner im Innenraum präsentiert ist reich an komplexen Verweisen und verknüpft Motive aus der Welt der visuellen Kunst, der Architektur und der Philosophie. Denn die detaillierten Pläne, die der Künstler in Vitrinen präsentiert, sind Entwürfe für eine in traditioneller Bauweise konstruierten Holzbrücke, die Christian Kathriner beabsichtigt, in der Innerschweizer Berglandschaft zu bauen. Die Holzbrücke des Projektes mit dem Titel „Pontifex“, die in der Kunstkammer erst in Form von ausführlichen Computerzeichnungen existiert, wird in der Ausstellung „Top of Switzerland“ im Kunstmuseum Luzern eine Fortsetzung erfahren. Dort zeigt der Sarner Künstler auf blau lackierter Werkbank das minutiös nachgebaute Modell der Holzbrücke.
Der besondere Reiz der Ausstellung in der Kunstkammer ist die Anregung zum Spiel mit Imagination und Realisation. Denn beide Werke plant der Künstler dereinst zu realisieren: Das Polyurethanschaum-Relief der Kunstkammerfassade als Betonabguss und das Brückenmodell als begehbarer Steg über einem sprudelnden Wasserfall in einem Innerschweizer Bergtal.
Kathrin Frauenfelder
Gastkuratorin Kunstkammer 07/08
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