Lutz & Guggisberg: Death of a Cubus

Ausgehend von einer abstrakten Holzskulptur schaffen Lutz & Guggisberg für die Kunstkammer eine neue Installation. So haben sie ein Objekt in mehrere farbige Wolldecken und in eine Plastikfolie gehüllt. Das Objekt liegt am Boden, auf einem gipsverschmierten Teppich umgeben mit tausenden von Holzspänen. Entstanden ist ein geradezu malerisches Arrangement. 

An der Wand hängt eine Abbildung. Das Foto zeigt die auf dem Boden liegende Skulptur unverhüllt. Es zeigt sie als leicht aus der Achse gekippte und aus tausenden von Abfallhölzern gezimmerte Skulptur. 

Sogleich löst das Zusammenspiel von Bild und Objekt einen Strom von Assoziationen aus. Es rüttelt an den Vorstellungen über Kunst und beginnt diese zu stören. Doch was genau soll mit dieser Installation gestört werden? Ist es die Erinnerung an den Kubismus, an den Konstruktivismus oder an die Perfektion des Minimalismus? Ist das Werk vielleicht ein Zitat? Ist es aufgrund der billigen Materialien eine Anspielung an die Arte Povera? Soll hier überhaupt etwas zu Grabe getragen werden? Oder ist hier am Ende sogar etwas Neues am entstehen?

Lutz & Guggisberg sind bekannt für ihre verspielte Kunst, für ihren ungezwungenen Umgang mit Formen und Bildern aus Kunst, Wissenschaft und Populärkultur. Was für Materialien Andres Lutz und Anders Guggisberg auch immer in die Finger nehmen, sogleich mutiert dieses zu Objekten oder Installationen, die stets reich sind an Ironie, Witz und Erzählfreude.

Kathrin Frauenfelder
Gastkuratorin Kunstkammer 07/09