| Heinz Niederer (*1942) Table Dance, 1984 - 2007 Eisen Heinz Niederer war von Anfang an beeindruckt von der Präzision, mit der sich Eisen bearbeiten und formen lässt. Welche Spannung Eisen ertragen kann, wie es Angriffe aushält und wie es sich beim Schmieden, Schweissen und Pressen verhält. Um diese Vorgänge zu beobachten, hat es Heinz Niederer immer wieder in die Stahlwerke gelockt, wo er die Eisenbearbeitung aufmerksam verfolgte. Dann hat er selber Hand angelegt um auszuloten was Eisen aushält. Was Heinz Niederer uns nun auf dem aus Platten und Profileisen konstruierten Gestell präsentiert sind Schmiedestücke, die der Künstler eigenhändig mit der Industriepresse geschmiedet hat. Heinz Niederers Table Dance gehört zu einer Kategorie von Skulptur, die ungegenständlich und auch nicht symbolhaft aufgeladen ist. Die Brocken tragen denn auch keine Titel. Sie sind was sie sind: Eisenrohlinge, die der Bearbeitungsvorgang ästhetisch transformiert hat. Im glühenden Zustand ist Eisen geschmeidig wie Butter. Schmiedet man das glühende Eisen, folgt das Material seinen eigenen Gesetzen. Durch Biegen wird Eisen im Inneren gestaucht, im Äusseren verjüngt. Das Material weicht seitlich aus, es entstehen Wülste, Rundungen, gelegentlich bröckeln die Kanten. Harte Formen treffen auf weiche, eckige auf runde. Manches der Stücke hinterlässt den Eindruck von bewegter lebendiger Materie. Die Zeit hat den Werkstoff ganz natürlich mit einer Rostpatina überzogen. Diese Verformungen und Prozesse sind an den Eisenstücken abzulesen. In gewisser Weise hat Heinz Niederers Installation dokumentarischen Charakter: „Am Ende der Eisenzeit“, meint der Künstler, „macht meine Präsentation den Charakter von Eisen explizit.“
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