Peter Storrer (*1928)
Dreiteilige Metamorphose
Beton

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Von Peter Storrer stehen einige Kunstwerke im öffentlichen Raum. So zum Beispiel realisierte der Künstler 1975 einen Pavillon aus Beton im Park des Altersheims Mattenhof an der Helen Keller-Strasse in Zürich. Von Peter Storrer stammen auch die drei Stelen auf der Wiese im Dreieck zwischen Alfred Escher-Strasse und Mythenquai. Man sieht das Skulpturenensemble bereits von weitem, wenn man von Wollishofen kommend, Richtung Stadtzentrum fährt. Dies obwohl die Stelen von der Form her in keiner Weise aufdringlich sind und sie von der Gestalt her eher schlicht sind, die Mitte haltend, zwischen geometrischer Abstraktion und transzendenter Figuration.

In diesem Jahr feiert Peter Storrer seinen 80-jährigen Geburtstag und so ist es sozusagen das Geburtstagsgeschenk des Künstlers an die Stadt Schlieren, wenn dieser ein Skulpturenensemble aus Beton in Form einer dreiteiligen Metamorphose für die Dauer eines Jahres vor dem Stadthaus platzieren darf. Das Skulpturen-ensemble erweist sich – gemäss dem Titel – als eine Progression von ein und derselben Form, die sich von einem schmalen schlanken, zu einem mittleren bis zu einem mächtigen Körper steigert.

Peter Storrer ist Bildhauer, Maler, Zeichner und er macht Gestaltungen am Bau. Bei manchen Werken experimentiert Peter Storrer an der Grenze von plastischem Objekt und Architektur. Doch meistens gilt sein Interesse den geometrischen Formen. Vor allem dem Dodekaeder. Den Zwölfflächner studiert der Künstler seit Jahren. 

Die stereometrische Form der drei Skulpturen vor dem Stadthaus hat Peter Storrer vom Dodekaeder abgeleitet. Dieser ist einer der fünf platonischen Körper. Der griechische Philosoph Platon lässt die Körper, die seither nach ihm benannt sind, in seinem Werk „Timaios“ um 300 v. Chr. von Sokrates ausführlich beschreiben. In dem Werk erklärt dieser, dass der Kosmos anfänglich aus vier Elementen – Feuer, Wasser, Luft und Erde - entstanden ist. Von Natur aus waren diese Elemente ungeordnet und es herrschte Chaos. Erst als das fünfte Element, der Geist, die Gestalt der einzelnen Elemente nach bestimmten Zahlenverhältnissen strukturierte, herrschte Ordnung im All. Die platonischen Körper repräsentieren seither die mathematisch-räumliche Verkörperung der Bausteine des harmonisch ausgestalteten Kosmos im Weltbild des Griechen.

Wenn Peter Storrer sich mit der Geometrie der platonischen Körper auseinander-setzt, so interessiert er sich stets auch für die philosophischen Inhalte. Peter Storrers Skulpturen sind so nicht bloss skulpturale Körper, sondern sie stehen immer auch im Zusammenhang mit dem gedanklichen Modell dieser Ordnung.

Kathrin Frauenfelder
Gastkuratorin Kunstkammer 08/09